Mikronährstoffbedarf im Alter
Für den Erhalt der Gesundheit im fortgeschrittenen Alter ist eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen von zentraler Bedeutung. Denn älter zu werden bedeutet zwar nicht zwangsläufig, einen Nährstoffmangel zu bekommen, aber altersbedingte Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten oder Einschränkungen der Mobilität können den Bedarf an Mikronährstoffen oder die Aufnahme dieser Stoffe in den Körper verändern.
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung kann die veränderten Ansprüche in der Regel ausbalancieren. In einigen Fällen können auch Nahrungsergänzungsmittel dazu beitragen, die Versorgung mit essentiellen Stoffen sicherzustellen und die Entstehung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Erkrankungen zu verhindern. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass die langfristige Einnahme und/oder die Einnahme hochdosierter Präparate ebenfalls gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann.
Wer seine Mikronährstoff-Versorgung im Blick möchte, kann bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) Externer Link:Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr der einzelnen Vitamine und Mineralstoffe in unterschiedlichen Altersgruppen nachlesen. Sie können als Orientierungshilfe dienen. Die nachfolgend aufgeführten Stoffe sollten besonders im Blick behalten werden.
Kritische Vitamine und Vitamin-Supplemente
- Vitamin D
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Vitamin D wird kaum über die Nahrung aufgenommen, in nennenswerten Mengen ist es nur in wenigen Lebensmitteln enthalten, z. B. in fettem Fisch wie Lachs oder Hering. Hauptsächlich wird Vitamin D unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Im höheren Alter nimmt jedoch die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu bilden, deutlich ab. Zudem verbringen einige ältere Menschen tendenziell weniger Zeit im Freien, z.B. Bewohner von Pflegeheimen oder chronisch kranke Menschen.
Ältere Menschen zählen somit zu den Risikogruppen, für die nach Ansicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung) eine Einnahme von Vitamin D-Präparaten nach Rücksprache mit der Ärztin / dem Arzt sinnvoll sein kann. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt als Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln 20 Mikrogramm pro Tagesdosis.
- Vitamin B12
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Vitamin B12 ist an verschiedenen wichtigen Stoffwechselreaktionen beteiligt. Es unterstützt die Bildung von roten Blutkörperchen, die Zellteilung und die Regeneration von Nervenzellen. Tendenziell wird Vitamin B12 im Alter weniger gut aufgenommen, z.B. aufgrund von Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten. Ein Mangel kann sich in einer Störung der Blutbildung, psychischen Auffälligkeiten wie Gedächtnisstörungen und depressiven Verstimmungen sowie gastrointestinalen Störungen äußern. In nennenswerten Mengen kommt Vitamin B12 nur in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. Zu den wichtigsten Lieferanten gehören Leber, rotes Muskelfleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Menschen, die sich vegan ernähren, sollten Vitamin B12 supplementieren oder entsprechend angereicherte Produkte zu sich nehmen. Bei vegetarischer Ernährung kann der Bedarf über den Verzehr von Milch und Milchprodukten gedeckt werden.
- Vitamin K
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Vitamin K kommt in grünem Gemüse, pflanzlichen Fetten und Ölen und in tierischen Lebensmitteln vor. Es ist an der Bildung von Blutgerinnungsfaktoren beteiligt und zusammen mit einigen anderen Mikronährstoffen (z. B. Calcium, Phosphor, Vitamin D) wichtig für die Knochengesundheit.
- Biotin
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Biotin kommt in sehr unterschiedlicher Menge in den meisten natürlichen Lebensmitteln vor. Besonders reich an Biotin sind Leber, Niere, Eigelb, Nüsse, Pilze, bestimmte Gemüse wie Sojabohnen, Spinat und Linsen. Das Vitamin ist am Protein-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt.
Kritische Mineralstoffe und Mineralstoff-Supplemente
- Calcium
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Calcium ist hinsichtlich der Menge der wichtigste Mineralstoff im menschlichen Körper und an vielen Prozessen im Körper beteilig. Es unterstützt die Weiterleitung von Reizen in Muskulatur und Nervensystem, spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung und ist wesentlicher Bestandteil von Knochen und Zähnen.
Besonders gute Calciumquellen sind Milch und Milchprodukte, aber auch einige pflanzliche Lebensmittel wie z. B. Brokkoli, Grünkohl oder Mandeln. Mineralwasser mit mehr als 150 Milligramm (mgkurz fürMilligramm) Calcium pro Liter ist ebenfalls ein guter Lieferant.
- Eisen
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Der Körper benötigt Eisen vor allem für die Blutbildung und den Sauerstofftransport. Ein Mangel an Eisen kann die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einschränken. Der Mineralstoff steckt vor allem in Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln; aber auch einige Obst- und Gemüsesorten sowie Hülsenfrüchte und Getreide sind gute Eisenlieferanten.
Einige, im Alter häufig verordnete Medikamente erhöhen das Risiko für eine Blutarmut (Anämie) und machen unter Umstände einen Eisen-Supplementation erforderlich.
Sonstige kritische Stoffe und Supplemente, die im Alter besondere Beachtung erfordern
- Omega-3-Fettsäuren
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Langkettigen Omega-3-Fettsäuren wie DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben; sie sollen unter anderem Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (koronare Herzkrankheiten) vorbeugen. Direkt und in höheren Mengen können DHA und EPA vor allem aus fettem Meeresfisch aufgenommen werden. Dazu gehören z. B. Makrele, Hering oder Lachs. Die in pflanzlichen Lebensmitteln wie Walnüssen, Sojabohnen, Raps und Leinsamen sowie daraus hergestellten Ölen enthaltene Alpha-Linolensäure (ALA) kann in geringer Menge in DHA und EPA umgewandelt werden.
Darüber hinaus werden DHA und EPA auch in Form von Präparaten mit Fischöl, marinen Mikroalgenölen oder hochgereinigten Fettsäureethylestern im Handel zur Nahrungsergänzung angeboten.
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