Mikronährstoffe und Co. – Was braucht die Generation 65+?

Seniorengruppe sitzt mit Tee und Kuchen draußen an einem Tisch und unterhalten sich.
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Für den Erhalt der Gesundheit ist auch jenseits des 65. Lebensjahres eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wichtig. Allerdings können alterstypische Veränderungen, aber auch chronische Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten oder eine eingeschränkte Mobilität die Ernährung und damit die Nährstoffversorgung älterer Menschen beeinflussen.

Grundsätzlich gilt: Mit einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung können gesunde Menschen die mit dem Alter einhergehenden körperlichen Veränderungen in der Regel ausbalancieren und ihren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen gemäß den Empfehlungen der Externer Link:Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) decken. Im Allgemeinen unterscheiden sich auch die für Menschen ab 65 Jahren abgeleiteten Zufuhrreferenzwerte nicht von denen für jüngere Erwachsene.

In einigen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel dazu beitragen, die Versorgung mit essentiellen Stoffen sicherzustellen. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass die eigenständige Einnahme von Nährstoffpräparaten gesundheitliche Risiken mit sich bringen kann, insbesondere, wenn die Präparate hochdosiert und/oder zusammen mit Medikamenten eingenommen werden.

Im Folgenden ist zusammengestellt, was bei der Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen oder deren Supplementierung zu beachten ist:

Vitamine

Vitamin B12

Vitamin B12 ist an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es unterstützt die Bildung von
roten Blutkörperchen, die Zellteilung und die Regeneration von Nervenzellen.

Ein Mangel an Vitamin B12 kann sich in einer Störung der Blutbildung sowie in neurologischen
Störungen und psychischen Veränderungen wie Konzentrations- oder Gedächtnisschwäche und
depressiven Verstimmungen äußern.

In nennenswerten Mengen kommt Vitamin B12 nur in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. Zu
den wichtigsten Lieferanten gehören Leber, rotes Muskelfleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte.

Menschen, die sich vegan ernähren, sollten daher Vitamin B12 supplementieren. Bei vegetarischer
Ernährung kann der Bedarf über den Verzehr von Milch und Milchprodukten gedeckt werden.

Hühnerei, gekocht → 1 Ei (ca. 60 g): 30 % des DGE-Referenzwertes*

Joghurt, mild, mind. 3,5 % Fett1 Portion Joghurt (ca. 150 g): 8 % des DGE-Referenzwertes*

Hartkäse, zum Beispiel Emmentaler → 2 Scheiben (ca. 60 g): 33 % des DGE-Referenzwertes*

Rindersteak, gegrillt → 1 Steak (ca. 100 g): 100 % des DGE-Referenzwertes*

* DGE-Referenzwert: 4 Mikrogramm (μg) pro Tag, Stand der Ableitung: 2018 
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-b12

Im Alter wird Vitamin B12 zum Teil weniger gut vom Körper aufgenommen. Das liegt daran, dass es vor der Aufnahme an ein spezifisches Eiweiß – den sogenannten intrinsischen Faktor – gebunden werden muss. Dieses Eiweiß wird im Magen hergestellt. Bei älteren Menschen kommt es zum Beispiel aufgrund von unzureichender Bildung von Magensäure oder Erkrankungen des Magens häufiger vor, dass der intrinsische Faktor nicht (ausreichend) gebildet wird. Auch Erkrankungen wie Darmerkrankungen, Typ 2-Diabetes sowie die Einnahme von bestimmten Medikamenten (Protonenpumpenhemmer, H2-Blocker) können die Vitamin B12-Versorgung beeinträchtigen.

Vitamin D

Vitamin D wird hauptsächlich unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet. Über die Nahrung wird es kaum aufgenommen, weil es in nennenswerten Mengen nur in wenigen Lebensmitteln enthalten ist, zum Beispiel in fettem Fisch wie Lachs oder Hering.

Mit dem Alter nimmt jedoch die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu bilden, ab. Zudem verbringen ältere Menschen unter Umständen weniger Zeit im Freien, zum Beispiel wenn sie krank sind, in Pflegeheimen leben und/oder nur eingeschränkt mobil sind. Ältere Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist, zählen somit zu den Risikogruppen, für die nach Ansicht des BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung eine Einnahme von Vitamin D-Präparaten sinnvoll sein kann. Nach ärztlicher Rücksprache kann der Vitamin D-Status (25-Hydroxycholecalciferol-Serumspiegel) bestimmt und die Notwendigkeit und Dosis einer Supplementierung individuell abgestimmt werden.

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt als Höchstmenge für Vitamin D in Nahrungsergänzungsmitteln 20 Mikrogramm (μg) pro Tagesdosis. Hohe Dosen Vitamin D sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Eine längerfristige exzessive Vitamin D-Zufuhr, zum Beispiel über hochdosierte Präparate, kann schwere gesundheitliche Folgen haben, bis hin zu Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden. 

Auch sind zum Teil Präparate auf dem Markt, die 100 μg Vitamin D (entspricht 4.000 Internationalen Einheiten; I.E.) pro empfohlener Tagesdosis enthalten – eine Menge, die der von der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) abgeleiteten Tageshöchstmenge (ULkurz fürTolerable Upper Intake Level (tolerierbare tägliche chronische Aufnahme eines Nährstoffs)) entspricht. Es gibt Hinweise aus Studien darauf, dass schon die zusätzliche langfristige Einnahme von Vitamin D ab 100 μg pro Tagesdosis mit einem erhöhten Risiko für gesundheitlich unerwünschte Wirkungen verbunden sein kann. Dazu gehören eine Abnahme der Knochendichte bei älteren Frauen, ein erhöhtes Sturzrisiko sowie eine Verschlechterung der Herzfunktion bei herzkranken Menschen.

Vitamin K

Vitamin K kommt in grünem Gemüse, pflanzlichen Fetten und Ölen und in tierischen Lebensmitteln vor. Es ist an der Bildung von Blutgerinnungsfaktoren beteiligt und zusammen mit einigen anderen Mikronährstoffen (zum Beispiel Calcium, Phosphor, Vitamin D) wichtig für die Knochengesundheit. 

Es gibt keine Hinweise dafür, dass die ältere Bevölkerung in Deutschland unzureichend mit Vitamin K versorgt ist und eine Supplementierung bräuchte.

Spinat, gedünstet → 1 Portion (ca. 200 g): 1372 % (m), 1689 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Brokkoli, gekocht → 1 Portion (ca. 200 g): 385 % (m), 474 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Hartkäse, zum Beispiel Emmentaler → 2 Scheiben (ca. 60 g): 15 % (m), 18 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Rapsöl → 1 Esslöffel (ca. 15 mL): 23 % (m), 28 % (w) des DGE-Referenzwertes*

* DGE-Referenzwert: 80 Mikrogramm (μg) pro Tag für Männer (m); 65 μg pro Tag für Frauen (w), Stand der Ableitung: 2000 
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-k

Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Vitamin K in Nahrungsergänzungsmitteln Höchstmengen von 80 μg für Vitamin K1 und von 25 μg für Vitamin K2 pro Tagesdosis eines Produkts. Eine hohe zusätzliche Aufnahme von Vitamin K kann die therapeutische Wirkung von bestimmten blutgerinnungshemmenden Medikamenten abschwächen – konkret von Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ. In Deutschland nehmen viele ältere Menschen solche Medikamente zur Thrombose-Prophylaxe ein. Wer dies tut, sollte die Vitamin K-Aufnahme über die Ernährung möglichst konstant halten und vor der Einnahme von Vitamin K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen.

Biotin

Biotin kommt in sehr unterschiedlichen Mengen in den meisten Lebensmitteln vor. Besonders reich an Biotin sind Leber, Eigelb, Nüsse, Pilze, bestimmte Gemüse wie Sojabohnen, Spinat und Linsen. Das Vitamin ist am Protein-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt. 

Zufuhrdaten aus Deutschland lassen darauf schließen, dass auch ältere Menschen den DGE-Zufuhrreferenzwert für Biotin gut erreichen oder sogar überschreiten. Es gibt also keinen Grund, Biotin über Nahrungsergänzungsmittel zu supplementieren. Andererseits wurden selbst bei einer Biotinzufuhr oberhalb des Zufuhrreferenzwertes keine nachteiligen gesundheitlichen Effekte beobachtet, so dass das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung für Biotin keine Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Lebensmittel abgeleitet hat.

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Champignons, gegart → 1 Portion (ca. 150 g): 75 % des DGE-Referenzwertes*

Vollkornhaferflocken → 1 Portion (ca. 65 g): 33 % des DGE-Referenzwertes*

Walnüsse → 1 Portion (ca. 25 g): 23 % des DGE-Referenzwertes*

Pangasius, gedünstet → 1 Portion (ca. 200 g): 178 % des DGE-Referenzwertes*

* DGE-Referenzwert: 40 Mikrogramm (μg) pro Tag, Stand der Ableitung: 2020 
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/biotin

Die Einnahme von Biotin kann labordiagnostische Untersuchungen verfälschen – und dadurch etwa die Diagnose, zum Beispiel eines Herzinfarkts, erschweren. Wer sich einem Labortest unterziehen muss und Biotin-Präparate einnimmt oder kürzlich eingenommen hat, sollte seine Ärztin/seinen Arzt oder das Laborpersonal darüber informieren.

Vitamin B6

Vitamin B6 kommt in vielen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. Zu den hauptsächlichen Vitamin B6-Lieferanten gehören hierzulande Kartoffeln, Fleisch, Geflügel und Wurstwaren, Brot, Milchprodukte sowie Obst und Gemüse

Studien zufolge werden in Deutschland mit der Nahrung (mehr als) ausreichende Mengen an Vitamin B6 aufgenommen.

Kartoffeln, gekocht → 1 Portion (ca. 200 g): 17 % (m), 19 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Putenschnitzel, gebraten → 1 Schnitzel (ca. 150 g): 32 % (m), 36 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Quark, 20 % Fett i. Tr. → 1 Portion (ca. 150 g): 8 % (m), 10 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Pistazien, geröstet → 1 Portion (ca. 25 g): 23 % (m), 27 % (w) des DGE-Referenzwertes*

* DGE-Referenzwert: 1,6 Milligramm (mg) pro Tag für Männer (m); 1,4 mg pro Tag für Frauen (w), Stand der Ableitung: 2019 
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-b6

Wie auch bei den meisten anderen Mikronährstoffen haben ältere Menschen nur dann ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Versorgung, wenn sie zu wenig Nahrung zu sich nehmen. Wird über längere Zeit zu viel Vitamin B6 zusätzlich zur üblichen Ernährung aufgenommen, kann das zu neurologischen Störungen, vor allem Neuropathien, führen. Angesichts dessen empfiehlt das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 0,9 mgkurz fürMilligramm Vitamin B6 pro Tagesdosis eines Produkts.

Mineralstoffe

Calcium

Calcium ist mengenmäßig der wichtigste Mineralstoff im menschlichen Körper. Es ist Baustein von Knochen und Zähnen, hat aber auch andere Funktionen im Körper: Es unterstützt zum Beispiel die Weiterleitung von Reizen in Muskulatur und Nerven und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung.

Besonders gute Calciumquellen sind Milch und Milchprodukte; aber auch einige pflanzliche Lebensmittel wie zum Beispiel Brokkoli, Grünkohl oder Mandeln enthalten Calcium. Mineralwasser mit mehr als 150 mgkurz fürMilligramm Calcium pro Liter ist ebenfalls ein guter Lieferant.

Milch, 3,5 % Fett, pasteurisiert → 1 Glas Milch (ca. 250 mL): 29 % des DGE-Referenzwertes*

Hartkäse, zum Beispiel Emmentaler → 2 Scheiben (ca. 60 g): 70 % des DGE-Referenzwertes*

Brokkoli, gekocht → 1 Portion (ca. 200 g): 7 % des DGE-Referenzwertes*

Rucola, roh → 1 Portion (ca. 50 g): 5,4 % des DGE-Referenzwertes*

* DGE-Referenzwert: 1000 Milligramm (mg) pro Tag, Stand der Ableitung: 2013 
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium

Wenn langfristig zu viel Calcium aufgenommen wird, kann es zu einer erhöhten Calciumkonzentration im Blut kommen. Mögliche Folgen sind Harnsteine und eine gestörte Nierenfunktion. Zudem gibt es Hinweise dafür, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit hohen Calciumdosen das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen könnte. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 500 mg Calcium pro Tag. Bei Tagesdosen von mehr als 250 mgkurz fürMilligramm Calcium in einem einzelnen Präparat empfiehlt das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung, auf die Einnahme eines weiteren calciumhaltigen Nahrungsergänzungsmittels zu verzichten.

Damit Calcium in ausreichendem Maße über den Darm aufgenommen und in die Knochen eingebaut werden kann, benötigt der Körper auch Vitamin D. Um die Knochen stark zu halten, sollte daher nicht nur auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium, sondern auch auf eine gute Versorgung mit Vitamin D geachtet werden. Zu wenig Vitamin D kann die Calciumaufnahme beeinträchtigen und langfristig zu einer Verringerung der Knochendichte sowie zu einem erhöhten Risiko für Osteoporose beitragen.

Eisen

Der Körper benötigt Eisen vor allem für die Blutbildung und den Sauerstofftransport. Ein Mangel an Eisen kann die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit einschränken. Der Mineralstoff steckt vor allem in Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln. Auch einige Obst- und Gemüsesorten sowie Hülsenfrüchte und Getreide enthalten Eisen, wenngleich das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln weniger gut vom Körper aufgenommen werden kann.

Bei Frauen ab 65 Jahren liegt der DGE-Zufuhrreferenzwert unter dem für jüngere Frauen (14 mgkurz fürMilligramm versus 16 mgkurz fürMilligramm pro Tag). Ältere Frauen brauchen also weniger Eisen mit der Nahrung aufzunehmen, um den Referenzwert zu erreichen; bei Männern ist das Erreichen des Referenzwerts ohnehin kein Problem.

Tofu → 1 Portion (ca. 100 g): 26 % (m), 20 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Rinderbraten → 1 Portion (ca. 150 g): 44 % (m), 35 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Spinat, gedünstet → 1 Portion (ca. 200 g): 46 % (m), 36 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Vollkornhaferflocken → 1 Portion (ca. 65 g): 26 % (m), 20 % (w) des DGE-Referenzwertes*
 

* DGE-Referenzwert: 11 Milligramm (mg) pro Tag für Männer (m); 14 mg pro Tag für Frauen (w), Stand der Ableitung: 2023 
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen

Einige im Alter häufig verordnete Medikamente können das Risiko für eine Blutarmut (Anämie) erhöhen. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt aber, Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache über Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, zumal es keine Hinweise dafür gibt, dass ältere Frauen und Männer grundsätzlich schlecht mit Eisen versorgt sind.

Bei einer hohen zusätzlichen Aufnahme von Eisen über Nahrungsergänzungsmittel können Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Krämpfe oder Verstopfung auftreten. Auch Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes mellitus Typ 2 werden diskutiert. Da Frauen nach den Wechseljahren und Männer einen niedrigeren Eisenbedarf haben, sollten sie besonders darauf achten, Eisen nicht unnötig zu supplementieren.

Der Verzehr von eisenreichen pflanzlichen Lebensmitteln sollte mit Vitamin C-haltigen Lebensmitteln (zum Beispiel ein Glas Orangensaft) kombiniert werden, denn Vitamin C und organische Säuren wie Zitronen- oder Milchsäure fördern die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Magnesium

Magnesium ist an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt, zum Beispiel an der Mineralisierung der Knochen, der neuromuskulären Reizübertragung und der Muskelkontraktion, Blutdruck oder dem Energiestoffwechsel.

Der Mineralstoff steckt vor allem in vielen pflanzlichen, aber auch in tierischen Lebensmitteln. In pflanzlichen ist der Gehalt durchschnittlich höher als in tierischen.

Bitterschokolade → 1 Portion (ca. 25 g): 14 % (m), 17 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Mangold, gedünstet → 1 Portion (ca. 200 g): 40 % (m), 47 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Banane → 1 Banane (ca. 100 g): 8 % (m), 9 % (w) des DGE-Referenzwertes*

Vollkornbrot → 1 Scheibe (ca. 50 g): 8 % (m), 10 % (w) des DGE-Referenzwertes*

* DGE-Referenzwert: 350 Milligramm (mg) pro Tag für Männer (m); 300 mg pro Tag für Frauen (w), Stand der Ableitung: 2021 
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium

In höherem Alter kann die Magnesiumaufnahme vermindert und die Ausscheidung über den Urin erhöht sein. Auch die Einnahmen von Medikamenten und bestimmte Erkrankungen können das Risiko für einen Magnesiummangel erhöhen. Der von der DGE für Menschen ab 65 Jahren abgeleitete Zufuhrreferenzwert unterscheidet sich aber nicht von dem für jüngere Erwachsene. Auch konnte bislang nicht nachgewiesen werden, dass die Einnahme von Magnesiumsupplementen sich positiv auf nächtliche Muskelkrämpfe bei älteren Erwachsenen auswirkt. 

Eine übermäßige Einnahme von Magnesium über Nahrungsergänzungsmittel kann zu Durchfällen führen. Schon bei einer zusätzlichen Zufuhr von 300 mgkurz fürMilligramm pro Tag wurden bei Erwachsenen leichte Durchfälle beobachtet. Das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher, über Präparate nicht mehr als 250 mgkurz fürMilligramm pro Tag zu einzunehmen, am besten verteilt auf zwei oder mehr Portionen.

Sonstige Stoffe mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung

Omega-3-Fettsäuren

Langkettigen Omega-3-Fettsäuren wie DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) werden gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben; sie wirken entzündungshemmend, verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und können Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (koronare Herzkrankheiten) vorbeugen. 

Direkt und in höheren Mengen können DHA und EPA vor allem aus fettem Meeresfisch aufgenommen werden. Dazu gehören zum Beispiel Makrele, Hering oder Lachs. Darüber hinaus kommen DHA und EPA auch in Meeresalgen vor, wenngleich in sehr unterschiedlichen Mengen. 

Aber auch Alpha-Linolensäure (ALA) ist eine wichtige Omega-3-Fettsäure. Sie ist in pflanzlichen Lebensmitteln wie Walnüssen, Sojabohnen, Raps und Leinsamen sowie daraus hergestellten Ölen enthalten und kann im menschlichen Körper in DHA und EPA umgewandelt werden.

ALA: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr von Alpha-Linolensäure (ALA) definiert. Danach sollte die tägliche Zufuhr dieser Fettsäure bei 0,5 % der Gesamtenergiezufuhr liegen. Bezogen auf eine durchschnittliche Energiezufuhr von 2.400 kcal pro Tag entspricht dies einer ALA-Zufuhr von etwa 1.300 mgkurz fürMilligramm
Mit dem Verzehr von bereits etwa 1 Esslöffel Leinsamen (entspricht 6 bis 7 g) oder 1 Esslöffel Rapsöl (ca. 15 mL) oder durch den Verzehr von etwa 13 g Walnusskernen (etwa vier Walnüsse) kann dieser Schätzwert erreicht werden.

EPA und DHA: Der DGE zufolge reicht nach derzeitiger Datenlage eine Zufuhr von 250 mgkurz fürMilligramm EPA und DHA pro Tag über die Nahrung aus, um einen günstigen Einfluss auf das Lipoproteinprofil im Blut zu erlangen und das Risiko für die durch koronare Herzkrankheit bedingten Todesfälle zu reduzieren. Bei einem wöchentlichen Verzehr von 1–2 Portionen fettreichem Meeresfisch wie Lachs, Makrele oder Hering kann diese Menge problemlos erreicht werden. Darüber hinaus werden DHA und EPA auch in Form von Präparaten mit Fischöl, marinen Mikroalgenölen oder hochgereinigten Fettsäureethylestern im Handel zur Nahrungsergänzung angeboten.
 

Die Einnahme von DHA und EPA durch Nahrungsergänzungsmittel (zum Beispiel als „Fischölkapseln“ im Handel) kann bei Menschen mit einer bestehenden oder drohenden Herzerkrankung mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern, einer Störung des Herzrhythmus, einhergehen. Dieser Effekt war bei Dosierungen von etwa 4 g pro Tag am deutlichsten, deutete sich aber auch bei Gaben von etwa 2 g pro Tag über einen Zeitraum von zwei Jahren bereits an. 

Die Dosierungen der angebotenen Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren sind zum Teil ähnlich hoch wie die von Arzneimitteln. Die Einnahme dieser Präparate hält das BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung bei gesunden Menschen für nicht nötig, insbesondere, wenn sie regelmäßig Fisch verzehren. Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder entsprechenden Risikofaktoren dafür sollten Omega-3-Fettsäure-haltige Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, vor allem bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum.

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Mann sitzt lächelnd draußen an einem gedeckten Tisch.
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